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Kunstpädagogische Positionen – Elke Krasny: Un/Silencing. Feminist Curating.

"Un/Silencing. Feminist Curating – Geschichten, Theorien, Herausforderungen" von Elke Krasny

- Zusammenfassung - 

Der Vortrag von Elke Krasny gilt als eine Art von Nachdenken oder Weiterdenken, es ist kein letzter Schluss, sondern eine Art Überlegung, dem feministischen Kuratieren näher zu treten. Ihr Titel des Vortrags, zu dt. "Feministisches Kuratieren" kann zum Teil 
adjektivisch gelesen, aber auch kann "Feministisches" als Substantiv betrachtet werden. Die Schnittstelle dazu, dass es eine Herausforderung darstellt, auf das Schweigen oder auch das Unerhörte mit Geschichten und Theorien zu reagieren, ist es epidemische Frage und stellt gesellschaftspolitische Herausforderungen auf. Um dies zu beantworten stellt Krasny in ihrem Vortrag mehrere Geschichten dar. 
In Wien fand 1873 eine Weltausstellung statt, um alle Waren der Welt an einem Ort zu versammeln und diese dann weltweit
zu verteilen. An diesem Ort wurde ein halber Pavillion der Fraunenarbeit gewidmet. Die Ausstellungsmacher*innen definierten dabei die Arbeit der Frauen, was das überhaupt ist, wenn Frauen arbeiten. Die ausstellenden Frauen waren meist Angehörige des Adels, kuratierten freiwillig und waren zum Teil im Wiener Frauenerwerbsverein tätig. Dort wollten Vorurteile bekämpft und für Rechte gekämpft werden, an denen auch Männer beteiligt waren. Es herrschte eine soziale Ungleichheit, sowohl politisch als auch wirtschaftlich - so war das Recht der Frauen auf Arbeit nicht eine Forderung des Einzelnen,
 sondern der Zeit. Die Verbindung des Ausstellens liegt darin, dass 
es eine Praxis darstellt, in der Frauen zeigen können, wie sie zum Nationalreichtum beitragen und welche Bedeutung sie in der 
Volksarbeit einnehmen.
Ein weiteres Beispiel ergibt sich aus der Académie des Femmes, welche 1927 in Paris von Natalie Clifford Barney errichtet wurde und al Gegenbewegung zur Académie Frances gilt, welche Wiederrum nur männliche Akteure beherbergte. Ein weiteres gilt der Dinner Party in LA, 1974-1979 von Judy Chicago, in welcher Teller in Form von Vulvas darlagen. Auch das Femø International Camp 1974 zieht Krasny heran. In diesem wurden Ideen für ein internationales Tribunal an Verbrechen gegen Frauen entwickelt, für das 2000 Zeuginnen anreisten. Kurz darauf 1979 fand eine International Dinner Party statt, von der Studentin Chicagos, Susi Lacy. Dort gab es eine Bündelung all dieser Telegramme, wodurch Geschichte quasi gezeugt wurde.
Im zweiten Teil des Vortrags macht Krasny einen Sprung zu einem Streik isländischer Frauen, die für das weiterer Arbeiten von Frauen, sowohl bezahlte als auch unbezahlte, kämpften. Die Frage entsteht, mit welchen Formen kollektiver feministischer Praxis man Arbeit umverteilen kann und wie diese Bedingungen zu einem Thema gemacht
 werden können. Eine Antwort auf das nicht-gehört-werden kann nicht gefunden werden und führt bisher ins Leere.
Letzteres Beispiel weist auf einen musealen Kontext: Black Women Artists for Black Lives Matter. Das New Museum in New York wurde 2016 als Ort für Formen von Selfcare, wie Yoga und anderen Praxen der Heilung, genutzt und somit auch als Infrastruktur, in welcher Formen des Sorgetragens für eine gesellschaftspolitische Arbeit zu Tage kommen können. 
Es wird darüber nachgedacht, wie feministisches Kuratieren in einen neuen Diskurs, Produktion von Bewusstsein und Bewusstseinsarbeit und im Zusammenhang mit künstlerischen und künstlerischem Arbeiten
 gebracht werden kann.
Im schulischen Kontext betrachtet, wird die Relevanz dadurch deutlich, außerschulische Kontexte miteinzubeziehen und auch Fragen von Gender/Identity treten dabei auf. Wie führen historische Ereignisse zu einem neuen Denken oder zu weiteren Aktionen und Interaktionen der Politik und Gesellschaft und wie können Kollektive genutzt werden?
 
https://vimeo.com/273290089
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