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Kunstpädagogische Positionen – Jan Grünewald: Der Zweifel als produktive Möglichkeit in der kunstpädagogischen Praxis

"Der Zweifel als produktive Möglichkeit in der kunstpädagogischen Praxis" von Jan Grünewald 

- Zusammenfassung - 

Jan Grünewald untersucht in seinem Vortrag den Zweifel als Potential in der Kunstpädagogik. Der Zweifel kann als Sehnsucht danach betrachtet werden, dass man es besser haben kann, als der aktuelle Status Quo, wodurch er als utopisches Potential gelten kann. Dieser ist nicht zielorientiert, denkt über das Jetzt hinaus und hinterfragt es kritisch. Grünewald präsentiert in seinem Vortrag Zweifel und begibt sich auf Pfade, die dem Lehrenden unvertraut sind und zieht von Phänomenen heran, die die Subjektivieren unter ästhetischer Produktion nicht mehr unterstützen, nämlich Memes. Memes verkörpern heutzutage den Umgang mit Bildern in der aktuellen Zeit.
Daneben soll die Kunstpädagogik als postfundamentalistisch betrachtet werden, in denen Prinzipien und Werte immer weiter erfunden und verworfen werden. Dennoch ist es eine Art Stütze unter diesen variablen Fundamenten. Da Schule im Allgemeinen Probleme mit Neuem hat, wird das Neue prinzipiell kein Gegenstand des Unterrichts, da überwiegend an dem eigenen Können der Lehrenden festgehalten wird. Mit diesen Überlegungen begibt sich Grünewald auf die Ebene der Hierarchien innerhalb der Schule. An diesen Machtverhältnisse werden starr festgehalten, dabei geht es um die Aufhebung der privilegierten Stellung des Erklären! Dieses diene dem Erhalt von Autorität und gesellschaftlichen Verhältnissen. Ein Entziehen solcher Machtverhältnis von Wissen und Unwissen zeigt sich in digitaler Bildproduktion, in Memes. Memes gelten als die weiterbreiteste Form von Internetphänomenen. In solchen werden Bilder dekontextualisiert. Dennoch die Aktualität von Memes, wie sie Kultur, Popkultur, Politik und Gesellschaft in Echtzeit kommentieren, ist unberechenbar. Grünewald veranschaulicht die Art und Weise, wie Memes wirken und wie sie eingesetzt werden, anhand von mehreren Memes. So können Memes als ambivalenter Raum interpretiert werden, die ironisch und aktuell den ist- Zustand kommentieren, ohne dabei den Zeigefinger zu heben. Auch bei Memes können Zweifel hilfreich sein, nicht in einen überschwänglichen Positivismus zu verfallen, da sie auch anders politisch eingesetzt und verbreitet werden können. Grünewald schließt darauf, dass Memes und deren Verbreitung höchstrelevant für das Verständnis für gegenwärtige, kulturellen mediale Entwicklung sind. Sie nehmen immer Bezug auf die Produktionsbedingungen ihrer Entstehung, werden nachgeahmt, geremixed und auch rebmaterialisiert. Doch auch helfen sie, politische und kulturelle Prozesse zu verstehen. Daher sind laut Grünewald Memesnutzbar für die Kunstpädagogik, weil sie an die ästhetischen Alltagserfahrungen der SuS und Studierenden anschließen und immer ein Reflektionsvermögen fordern. Durch diese Memes kann Wissen gemeinsam generiert werden. Dabei sind auch Kontrollverlust und Zweifel unumgänglich, um Neues zu ermöglichen. Grünewalds kunstpädagogische Position lautet: Pädagogik muss normativ sein, das Künstlerische sich einer Zwecksorientierung entziehen, um Neuem gegenüber offen zu stehen. Im Unterricht bedeute das, stets damit konfrontiert zu sein, mit dem Verschwimmen der Grenzen von Kunst und Nicht-Kunst. Damit dann umgehen zu können, ist das Wichtige. "Take Disks and Have Fun".

In Schule und Unterricht ist es immanent, stets die Aktualität miteinzubeziehen und somit für SuS einen Alltagsbezug herzustellen und zu definieren. Memes dabei einzubringen, kann eine große Stütze sein, um auf Aktualität hinzudeuten. Allein das Bildmaterial zu betrachten und zu hinterfragen, bietet einen Zugang zu Kunst, da in Memes auch häufig Gemälde aus Barock oder Renaissance verwendet werden. Da durch Memes Neues behandelt wird, also eine neue Art von Materialität ins Spiel kommt, ist es meiner Meinung nach wichtig, was Grünfeld erläutert, Zweifel zu haben und diesen Zweifeln auch offen gegenüberzutreten. Man muss lernen damit umzugehen, doch kann man dies vorallem in der Gemeinschaft tun, indem man kollaborativ arbeitet, voneinander lernt und sein Wissen weitergibt. Man sollte also nicht zu versteift auf den KLP blicken, sondern auch die Möglichkeiten sehen, stets Aktuelles aufzugreifen, indem auch der Lehrende von den Lernenden, also den SuS, lernt.



https://vimeo.com/279003470
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