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Unbenennung – Fabian Ginsberg in der Kienzle Art Foundation

Adam gab allem einen Namen, was er vorfand im Garten Eden: Tieren, Pflanzen, seinen Söhnen. Geschaffen nach dem Ebenbild Gottes, war der erste Mensch auch der erste Namensgeber. „Die Namensnehmerinnen“ – so nennt der Künstler Fabian Ginsberg seine Ausstellung, die bis zum 14. November in der Kienzle Art Foundation zu sehen ist. Er bezieht sich damit auf den ´patriarchalischen Akt` des Urvaters der Menschheit. So hintersinnig dieser Titel, so rätselhaft erscheint er zunächst auch. Was wird dort rückgängig gemacht? Wer nimmt welche Namen? Weshalb? Und wie? Der Namensgeber hat in Ginsbergs Welt Antagonistinnen. Eva erhielt ihren Namen erst nach dem Sündenfall. Und obwohl alle Dinge schon beim Namen genannt waren, als der Mensch das Paradies verlor, scheint sie der Wortgewalt etwas entgegen halten zu können. Die Verdinglichung und die ihr oft folgende Entfremdung: das sind auch die Themen, die Ginsberg, ehemaliger Meisterschüler Albert Oehlens, beschäftigen. Benennung schafft Eindeutigkeit, legt fest, eliminiert andere mögliche Bedeutungen, beendet die Debatte. Und so geht einem Subjekt sein Name voraus. Was aus dem Rahmen objektiver Bestimmungen fällt, dem ist das Wort entzogen. Es ist in der vorherrschenden Sprache nicht mehr kommunizierbar. Quelle: Unbenennung - Fabian Ginsberg in der Kienzle Art Foundation
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